Erfolgsverwöhnter Handel verpasst disruptive Trends

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Erfolgsverwöhnter Handel verpasst disruptive Trends

Auf Ihrer Webseite „Controllerpraxis“ berichtet die Haufe-Gruppe von ihrer Jahreskonferenz Strategisches Management 2016. Einer der Beiträge handelt vom Straucheln der Media-Saturn-Gruppe, die disruptive Trends lange nicht beachtet hat.

In dem Beitrag der Media-Saturn-Gruppe berichtet deren CFO und CIO Oliver Seidl darüber, dass das Unternehmen vom eigenen Erfolg verwöhnt, wichtige Trends nicht erkannt und beachtet hat. Disruptive Geschäftsmodelle sind solche, die durch Einsatz neuer Technologien bislang branchenfremden Unternehmen einen schnellen Eintritt in den Markt ermöglichen. Aufgrund schlankerer Prozesse haben sie häufig Kostenvorteile gegenüber den „Platzhirschen“. So wurde der Wettbewerbsdruck auf den stationären Handel durch reine Online-Konkurrenten lange Zeit weitgehend ignoriert.

Was sind disruptive Trends?

In einer „Geiz-ist-geil“-Mentalität wurde das Geschäft lange über den Preis getrieben und dabei sowohl Umsatz als auch Ertrag massiv gefährdet. Dabei war schon seit 2011 aus Problemen in anderen Branchen klar, dass der Plural von Rabatt Verlust heißt. Als das Unternehmen schließlich aufgewacht ist und das Ruder herum reißt, steht als strategischer Ausweg die bessere Kundenorientierung im Fokus.

Verkaufen über den Preis rächt sich

So wird versucht, konsequent alle Touchpoints mit den eigenen Kunden zu besetzen. In seiner Strategie versucht Media-Saturn, On- und Offline-Handel miteinander zu verknüpfen und als Vorteil gegenüber dem reinen Online-Handel zu nutzen. Zum Beispiel mit der Möglichkeit, online getätigte Bestellungen im stationären Handel abzuholen.

Weiterhin setzt die Elektronikkette darauf, das Kundenerlebnis beim Einkauf zu optimieren und das eigene Portfolio durch guten Service abzurunden. Dazu gehören durchaus kostenpflichtige Leistungen, deren Wert dem Kunden jedoch offensichtlich gemacht werden und so gerne akzeptiert werden. Dank einer Rückbesinnung auf den Kunden und seine Bedürfnisse gelingt dem Händler so der Turnaround des Unternehmens. Der komplette Artikel findet sich auf der Seite von Haufe.

Fazit

Auch jahre- und jahrzehntelanger Erfolg darf ein Unternehmen nicht dazu bringen, den Markt und die Wettbewerber aus dem Blick zu verlieren. Aus dem erfolgsverwöhnten Tunnelblick wird schnell ein blinder Fleck, der auch große Marktteilnehmer ins Straucheln bringen kann. Konsequente Markt- und Kundenorientierung sind erforderlich, um reale Probleme zu lösen und Bedürfnisse zu befriedigen. In Zeiten, in denen der Wettbewerb einen Preiskampf führt, hilft nur die Fokussierung auf hochwertige Services zur Differenzierung.

By |2016-06-15T13:27:09+00:0014. Juni 2016|Geschäftsmodelle, Marketing, Service Management, Veränderung|0 Comments

About the Author:

Kai Altenfelder ist geschäftsführender Gesellschafter und Senior-Berater der pro accessio GmbH & Co. KG. Die Unternehmensberatung für systemische Strategie-, Personal- und Organisationsentwicklung unterstützt Organisationen in Auf- und Umbruchphasen bei der Umsetzung von wirksamen Veränderungen. Dabei stehen die Verbesserung von Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit durch die Hinwendung zu mehr Kundenorientierung im Vordergrund. Seit 2016 ist er erster und bislang einziger zertifizierter Trainer für Knowledge-Centered Service (KCS) im deutschsprachigen Raum.

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Wir sind davon überzeugt, dass in unserer komplexen schnelllebigen Gesellschaft die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens von dessen Flexibilität abhängt.

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