Sie können mir ja über VUCA und die Corona-Welt erzählen, was Sie wollen: Sie standen noch nie vor einer unlösbaren Aufgabe und Sie hatten auch noch nie keine Wahl außer abzuwarten. Wenn sich jetzt in Ihnen Widerspruch regt und Sie vielleicht gerade vor genau so einem Problem stehen, dann lassen Sie doch einmal die folgende Aussage auf sich wirken: Wenn Sie Ihre Gedanken ordnen, kriegen Sie jedes Problem gelöst.

Anstoß für diesen Gedanken war dieser Artikel (via LinkedIn) von Dr. Beth Hagget, der mich allein schon wegen des Titels mitgenommen hat. Ich habe selbst schon in einem Coaching-Workshop von Beth gesessen und einige spannende Einsichten erlebt. Die, die mir allerdings am meisten hängen geblieben ist, ist wie viel einer Lösung schon längst in uns steckt.

Wenn Beth in Ihrem Artikel von der Magie des Coachings spricht, spricht sie von den sozialen Aspekten, dem Gefühl, dass dabei vorherrscht. Akzeptanz, Wertschätzung, das Finden von Positivem. Ich glaube, dass sie wirklich Recht hat wenn sie dieses Gefühl als magisch beschreibt. Es ist erhebend, das Gefühl Dingen gewachsen zu sein, anerkannt zu werden.

Mich hat aber ein anderer Aspekt viel mehr verblüfft: wie viel einer Lösung wir schon längst in uns tragen. Wenn wir nur unsere Gedanken ordnen.

Coaching selbst ist, wenn man es einmal herunter bricht, auch nur ein lösungsorientierter Dialog. Jemand bringt eine Problemstellung mit, die man gemeinsam erörtern will. Vier Augen sehen mehr als zwei und deshalb lieben wir ja auch Teamwork so. Und doch ist das „Teamwork“ an das wir jetzt alle denken, gar nicht so effektiv wie eine Coaching Session erleben. Was ist beim Coaching anders als bei normalen Gesprächen?

Assistiert Gedanken ordnen

Im Alltag wenden wir uns oft der Lösungsfindung zu, sammeln Ideen und verzetteln uns dann oft zwischen wenn und aber. Im Coaching-Gespräch sind Ratschläge tatsächlich die Ausnahme. Stattdessen wird die Situation durchdrungen, nur um verstanden zu werden. Gegebenheiten, Optionen, Sorgen, Wünsche, Ziele… lange fühlt es sich nur an, als würde man mit der Lupe durch die Situation wühlen und gar nicht wirklich vorwärts kommen. Und doch ist dann irgendwie die Lösung da.

Was dabei passiert ist, dass wir über das Gespräch den Raum schaffen unsere Gedanken zu ordnen. Dieses Hindernis, ist das eine Gegebenheit? Oder eine Angst, dass etwas nicht klappt? Was bedeutet es, wenn es das eine und nicht das andere ist? Wenn wir unsere Gedanken ordnen klärt sich das Bild unserer Situation und wir lösen sie Schritt für Schritt von ihrer emotionalen Behaftung. Wir reden nicht umsonst davon, dass uns „etwas klar wird“. Trübe ist nur, wo wir vor lauter Durcheinander nichts sehen können. Sobald der Trubel sich legt und alles an seinen Platz ist, wissen wir sehr genau was da ist.

Magie des Coachings

Der magische Moment ist für mich der, an dem jemand, der zuvor noch sehr mit seinem Problem gehadert hat, dieses Leuchten in den Augen bekommt, weil er weiß, was er jetzt tun muss. Gerade Anfangs habe ich mich in der Coach-Rolle oft gefragt, warum ich jetzt eine halbe Stunde da gesessen und Fragen gestellt habe. Gefühlt habe ich nichts zu der Lösung beigetragen. Aber das stimmt nicht ganz. Denn als Coach habe ich, wenn man so will, die Regale zum Gedanken ordnen angeboten. Und meinen Gegenüber gefragt, in welches Regal dieses Detail denn nun gehört. Ich habe meinen Gegenüber in die Lage versetzt, sich selbst zu helfen. Quasi wie der Lehrer, der dem Schüler das Lernen nicht abnehmen kann und das auch gar nicht soll. Er soll den Rahmen für die Erkenntnis schaffen und nicht die Erkenntnis gewaltsam einflößen.

Wer Begriffe wie „Magie“ jetzt zu hoch gestochen findet, der kann auch ganz altmodische und bodenständige Vergleiche bekommen. Das selbe Vorgehen hat nämlich schon Sokrates im Alten Griechenland genutzt, um seinen Schülern zu Erkenntnissen zu verhelfen, anstatt ihnen einfach die Lösung vorzubeten. Ja, „neumodische Lernmethoden“ gab’s schon in der Antike, googeln sie dazu gern Mäeutik!

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Der Trainer war zu jeder Zeit flexibel, hilfsbereit und praxisnah. Er hat das Thema KCS sehr verständlich und nachhaltig transportiert. Ich kann sowohl den Workshop als auch den Trainer nur weiterempfehlen.

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Danke Herr Altenfelder! Sie haben wirklich keine Mühe gescheut, den Online Kurs über KCS Practices so bereichernd und umfassend zu gestalten, dass man mit maximalem Gewinn heraus geht. Es wurde nie langweilig und es war jederzeit möglich, jede Frage und Unklarheit zu besprechen. Mir hat der Kurs geholfen, von dem Gefühl zur Gewissheit überzugehen, dass KCS vielen drängenden Anforderungen dieser Zeit gerecht wird. Das Wissen aus dem Kurs kann ich nun anwenden. Überall wo Wissen geteilt werden soll, macht KCS Sinn – und Spaß – und das sowohl Mitarbeitern wie auch Kunden! Ich empfehle Sie und die Methodologie gerne weiter.

J. Thebe