Dieser Beitrag beginnt unsere Reihe „Paradigmenwechsel“. In den 5 folgenden Artikeln werden wir Annahmen beleuchten, die uns die letzten Dekaden begleitet haben und sich zuletzt rasant gewandelt haben. Regelmäßige Updates finden Sie darüber hinaus in unserem Newsletter.

Die größte Veränderung an die wir alle uns gewöhnen mussten, war in den letzten Wochen kaum jemanden Face-to-Face zu sehen. Stattdessen sind Telefon und Video-Chat der neue Standard geworden. Manche Kollegen haben sich zwei Monate nicht in HD gesehen und selten so viel miteinander telefoniert. Die aktuelle Arbeitswelt wurde innerhalb weniger Wochen auf den Kopf gestellt, zumindest im zwischenmenschlichen Bereich. Nicht nur wegen der Technik hätte man sich das vor 15 Jahren noch nicht vorstellen können.

In dieser Reihe machen wir zuerst die Zeitreise zurück und schauen auf die Erfahrungen von meinem Großvater. Der jahrelang als leitender Angestellter in der Industrie gearbeitet hat. Dann schauen wir uns an, wie wir heute darüber denken. Und dann schauen wir, wo sich Unterschiede und vielleicht sogar parallelen auftun.

Damals – wie Opa es erlebt hat:

So gerne man auch Post oder Fax benutzt hat (bevor die E-Mail alles erobert hat), eins bekam man ohne face-to-face nie: einen Vertrag. Das persönliche Gespräch hatte bei Entscheidungsträgern die höchste Priorität. Das Wahrnehmen von non-verbalen Cues, das Kenennlernen und das Bauchgefühl haben darüber entschieden, ob man ins Geschäft kommt oder nicht. Auch damals war bereits klar, dass der „Nasen-Faktor“ auch ein Risiko war. Aber viel wichtiger war der Blick für einander und das schnelle Absprechen von Details. Der Face-to Face Austausch ließ erkennen, ob man gut zusammenarbeiten würde, oder ob es von Anfang an Reibung gab. Dafür wurde auch viel gereist: noch heute fallen meinem Großvater neue Anekdoten von seinen Dienstreisen ein. Die Zeit wurde damals aber gerne geopfert.

Und heute? – Was die jungen Wilden sagen

Seit meinem ersten Job habe ich Verträge verhandelt. Von über hundert Vertragsverhandlungen in drei Jahren haben lediglich eine Handvoll persönlich stattgefunden. Die meisten Verhandlungen liefen über Telefon und am Ende via E-Mail, mit eingescannter und elektronischer Signatur. War das einfacher? Definitiv. Ich habe nicht annähernd so viel Zeit in der Bahn oder im Flieger verbracht, wie es damals nötig gewesen wäre. War es besser? Eine schwierige Frage. Rückblickend gab es einige Fälle in denen ich mir denke: du hättest wissen können, dass da Probleme kommen. Wäre das face-to-face besser gelaufen? Mein Großvater hatte ja auch seinen fairen Anteil schwieriger Geschäftspartner.

Wie steht es also um Face-to-Face?

Das Nonplus-Ultra ist es sicher nicht mehr. Nicht nur unter den Gesichtspunkten Umweltschutz und Work-Life-Balance. Unsere internationalen Verknüpfungen machen es teils unmöglich, rechtzeitig und pünktlich zu liefern, wenn wir erst acht Stunden Reisezeit in Kauf nehmen müssen. Wo doch mit E-Mail und Telefon alles in zwei Stunden unter Dach und Fach sein könnte.

Was aber auffällt in Zeiten von Zoom-Müdigkeit und Video-Konferenzen: so 100%ig raus haben wir den Dreh noch nicht. Latenzen bringen uns aus dem Konzept, Sprecherwechsel fallen uns schwer… Wir haben die neuen Möglichkeiten für uns angenommen, aber von Meisterschaft sind wir noch weit entfernt.

Ähnlich wie beim Fall Ressourcen scheinen wir uns also noch mitten im Wandel zu befinden und noch nicht den neuen Status Quo erreicht zu haben.

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Zertifizierter KCS v6 Trainer

Nächster KCS v6 Practices Workshop in Hannover

„We are thrilled to have Kai Altenfelder join our elite group of Certified KCS Trainers. Kai not only brings rich experience as trainer and consultant he has had first hand experience with KCS in an operational environment as an early adopter of KCS at SUSE Linux / Novell. Kai recently hosted a KCS Practices v5 workshop in Stuttgart. Congratulations to our first group of KCS Practices v5 Certified people in Germany!”

Greg Oxton, Executive Director, Consortium for Service Innovation

Der Trainer war zu jeder Zeit flexibel, hilfsbereit und praxisnah. Er hat das Thema KCS sehr verständlich und nachhaltig transportiert. Ich kann sowohl den Workshop als auch den Trainer nur weiterempfehlen.

A. Lechner, Knowledge Management Methods, Continental AG