Dynamic Pricing ist sozialer Zündstoff der Extraklasse. Die Preise werden an den Kunden angepasst, so dass jeder den Preis bezahlt, den er dafür bereit zu zahlen ist. Ich habe bewusst versucht, das so neutral wie möglich zu formulieren, aber wenn wir ehrlich sind, hatte jeder eine eigene Reaktion dazu. Die einen sehr interessiert, die anderen direkt ablehnend. Und so wollen wir die beiden Seiten heute einmal beleuchten.

Warum landet Dynamic Pricing überhaupt auf unserem Blog? Nun, wer gutes Wissensmanagement betreibt, kann die gewonnenen Erkenntnisse auch für Dynamic Pricing und andere individuelle Angebote nutzen. Insofern ermöglichen wir indirekt das Entstehen solcher Algorithmen. Grund genug, dass auch wir uns hierzu Gedanken machen.

Pro: Der fairste Preis

Wir wissen, dass die Frage, welcher Preis angemessen ist, immer individuell ist. Populärstes Beispiel: Apple. Für die einen heillos überteuert, für die andere seinen Preis wert. Jeder einzelne Käufer kommt selbst zu diesem Entschluss, weil er Design, Geld, Gegenwärt, Funktionalitäten und ähnliches für sich völlig verschieden bewertet. Theoretisch kann ich als Unternehmen mit jedem ins Geschäft kommen, wenn ich preislich flexibel bin. Irgendwo ist dann natürlich meine Untergrenze erreicht und ich werde nicht auf das Kaufangebot eingehen, aber Rabatte und Sonderangebote gibt es schon längst fast überall. Zu einem gewissen Grad suchen sich meine Kunden ihren Preis also eh schon aus. Warum nicht etwas flexibler werden? Außerdem könnte das die sozial fairste Art und Weise werden, einen preis festzulegen. Die meisten würden zustimmen, dass 50€ relativ viel sind. Für den einen ist das eine Investition, die überlegt sein will. Für den anderen noch ein guter Fang. Was es ist, hängt von unserem ökonomischen Umfeld ab. Fixpreise kann man somit als eine Art Diskriminierung sehen, denn wer sich Preis X nicht leisten kann, wird vom Produkt abgeschnitten. Die etwas günstigeren Preise für wirtschaftlich schlechter gestellte würden damit von den wirtschaftlich besser gestellten subventioniert. Außerdem können Unternehmen und Kunden so das Equilibrium finden, in dem beide mit dem Preis zufrieden sind.

Contra: Damit geht die Diskriminierung erst los

Ein dynamischer Preis kann schon aus einem Grund nicht fair sein: niemand außer dem Hersteller weiß, wie er sich errechnet. Möchte ich eine bestimmte Demografie als Kunden haben? Möchte ich eine Kettenreaktion haben, das erste Produkt kommt noch günstig, aber um es Instand zu halten schlage ich bei allen Folgepreisen was drauf? Werde ich als Kunde, der die günstigsten Angebote annimmt später dafür mit Aufschlägen bestraft? Und überhaupt, muss es sein, jetzt auch wirklich den letzten Cent, den ich zu zahlen bereit bin, aus mir rauszupressen? Bis es einem Unternehmen wirklich an die Gewinnmarge geht, hat es meist beim Preis ziemlich viel Spielraum. Generell müssen wir uns dann auch fragen: War es das mit der Preisstabilität? Was bedeutet das für unser restliches Finanzsystem, wenn Preise nicht mehr nur abhängig von Herstellungskosten sondern höchst individuell schwanken? Das Thema Dynamic Pricing hat mehr Auswirkungen, als nur ein paar Euro mehr oder weniger in der jeweiligen Tasche.

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Zertifizierter KCS v6 Trainer

Nächster KCS v6 Practices Workshop in Hannover

„We are thrilled to have Kai Altenfelder join our elite group of Certified KCS Trainers. Kai not only brings rich experience as trainer and consultant he has had first hand experience with KCS in an operational environment as an early adopter of KCS at SUSE Linux / Novell. Kai recently hosted a KCS Practices v5 workshop in Stuttgart. Congratulations to our first group of KCS Practices v5 Certified people in Germany!”

Greg Oxton, Executive Director, Consortium for Service Innovation

Der Trainer war zu jeder Zeit flexibel, hilfsbereit und praxisnah. Er hat das Thema KCS sehr verständlich und nachhaltig transportiert. Ich kann sowohl den Workshop als auch den Trainer nur weiterempfehlen.

A. Lechner, Knowledge Management Methods, Continental AG

Danke Herr Altenfelder! Sie haben wirklich keine Mühe gescheut, den Online Kurs über KCS Practices so bereichernd und umfassend zu gestalten, dass man mit maximalem Gewinn heraus geht. Es wurde nie langweilig und es war jederzeit möglich, jede Frage und Unklarheit zu besprechen. Mir hat der Kurs geholfen, von dem Gefühl zur Gewissheit überzugehen, dass KCS vielen drängenden Anforderungen dieser Zeit gerecht wird. Das Wissen aus dem Kurs kann ich nun anwenden. Überall wo Wissen geteilt werden soll, macht KCS Sinn – und Spaß – und das sowohl Mitarbeitern wie auch Kunden! Ich empfehle Sie und die Methodologie gerne weiter.

J. Thebe