Schon mal was vom Long Tail gehört? Nein? Der Long Tail bezeichnet den Teil verfügbarer Produkte, die zwar existieren, aber nur überaus selten benutzt werden. Die Lieder, die den Unterschied zwischen Top 100 und Top 1.000 ausmachen. Die Produkte, die Sie mal im Laden gesehen haben, aber aus dem Sortiment geflogen sind, weil die Nachfrage zu niedrig war. Die Artikel im Wiki, die zwar mal angelegt, aber seither kaum benutzt wurden. Jetzt haben Sie ein Wort dafür. Und jetzt gucken wir uns an, was diesen Long Tail interessanter macht, als man denkt.

Eigentlich würde man sagen, dass den Long Tail auszeichnet, dass er ja gerade nicht interessant ist. Sonst hätte das Lied es in die Top 100 geschafft, das Produkt wäre noch im Regal… Aber dabei übersehen wir: das Produkt bleibt da. Es existiert weiter. Haben Sie Top Hits aus dem vergangenen Jahr, die Sie noch hören? In den aktuellen Top 100 ist er nicht, aber Sie interessieren sich dafür. Das Produkt aus dem Supermarkt muss nicht verschwunden sein, die Firma nicht pleite. Nur war im Einzugsgebiet einfach nicht genug Nachfrage. Zwei Orte weiter kann das ganz anders aussehen.

Für den Long Tail gibt es kein konzentriertes Interesse, das wir wahrnehmen. Aber es gibt ein Interesse. Stellen Sie sich einmal vor, wie viele Interessenten Sie bedienen können, wenn Sie den Long Tail zur Verfügung stellen, nicht weil viele Leute einen Artikel wollen, sondern weil ein paar Leute viele verschiedene Artikel wollen. Damit haben Sie sich gerade den Erfolg von Spotify erklärt. Oder Amazon oder eBay oder vielen, vielen anderen.

Sehen Sie, der Long Tail ist nur ein Problem, wenn Ihnen der Platz ausgeht. Bei digitalem Speicherplatz muss schon viel passieren, dass der uns ausgeht. Und damit sind wir noch gar nicht am Ende angekommen. Wie uns Jon Hall in diesem Artikel nahebringt, haben Algorithmen schon aus manchem Long Tail Artikel einen Bestseller gemacht.

Long Tail ermöglicht uns völlig neue Planungen

Wenn zuletzt ein Long Tail ein Luxus war, aus dem man sich ein paar Rosinen rauspicken konnte, wenn man Sie wollte, ist inzwischen eine potenzielle Goldmine geworden. Erinnern Sie sich an die Zeit vor personalisierten Empfehlungen zurück: Wie oft waren Sie auf der Suche nach einer CD (bleiben wir doch einfach bei diesem Beispiel) und am Ende enttäuscht, dass sich nirgends das neue Album Ihrer Lieblingsband fand. Nur weil sie nicht in den Mainstream passte. Mainstream war generell so ein Thema.

Heute ist der Mainstream eher ein Flussdelta, das zwar in eine bestimmte Richtung schippert, aber unzählige individuelle Verästelungen hat. Diese Nebenarme wären früher alle ausgetrocknet, weil man einfach keine unnötigen Ressourcen wie Platz auf sie verschwenden wollte. Mit einem Long Tail erreichen Sie nicht mehr nur die Mainstream-Freunde, Sie erreichen jeden, der sich dafür interessiert, und via Algorithmus auch jeden, den es interessieren könnte.

Unser Plädoyer ist deshalb: Der Long Tail hat sich von einer Last zu einer Kiste voller bunter Möglichkeiten entwickelt. Anstatt ihn weiterhin stiefmütterlich zu behandeln: Suchen Sie doch mal nach Möglichkeiten, ihn aktiv zu nutzen!

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Zertifizierter KCS v6 Trainer

Nächster KCS v6 Practices Workshop in Hannover

„We are thrilled to have Kai Altenfelder join our elite group of Certified KCS Trainers. Kai not only brings rich experience as trainer and consultant he has had first hand experience with KCS in an operational environment as an early adopter of KCS at SUSE Linux / Novell. Kai recently hosted a KCS Practices v5 workshop in Stuttgart. Congratulations to our first group of KCS Practices v5 Certified people in Germany!”

Greg Oxton, Executive Director, Consortium for Service Innovation

Der Trainer war zu jeder Zeit flexibel, hilfsbereit und praxisnah. Er hat das Thema KCS sehr verständlich und nachhaltig transportiert. Ich kann sowohl den Workshop als auch den Trainer nur weiterempfehlen.

A. Lechner, Knowledge Management Methods, Continental AG

Danke Herr Altenfelder! Sie haben wirklich keine Mühe gescheut, den Online Kurs über KCS Practices so bereichernd und umfassend zu gestalten, dass man mit maximalem Gewinn heraus geht. Es wurde nie langweilig und es war jederzeit möglich, jede Frage und Unklarheit zu besprechen. Mir hat der Kurs geholfen, von dem Gefühl zur Gewissheit überzugehen, dass KCS vielen drängenden Anforderungen dieser Zeit gerecht wird. Das Wissen aus dem Kurs kann ich nun anwenden. Überall wo Wissen geteilt werden soll, macht KCS Sinn – und Spaß – und das sowohl Mitarbeitern wie auch Kunden! Ich empfehle Sie und die Methodologie gerne weiter.

J. Thebe