Selbstreflexion ist schon ziemlich cool. Sie nimmt den Affekt aus unseren Gedanken, macht uns sensibler für das eigentliche Problem und lässt uns wachsen. Reflexion bringt uns vor allem Klarheit über uns, unseren Zustand und unsere Wechselwirkung mit unserer Umgebung. Vieles lässt uns schnell kleine Verbesserungen vornehmen und daran wachsen. Was passiert aber mit den komplexeren Erkenntnissen? 

Was Selbstreflexion uns aufzeigt

… ist die Meta-Perspektive auf unsere Situation in einer weniger emotional aufgebrachten Art. Und während manche Situationen doch recht übersichtlich sind und uns schnelle Erfolge schenken, weil wir schnell aus ihnen lernen, gibt es auch die anderen Situationen. Die, die etwas zu komplex sind, um eine Lösung zu finden. Situationen, die sich eben nicht lösen lassen. Zumindest nicht zu voller Zufriedenheit. Wenn wir reflektieren, werden wir uns der Optionen, die wir noch gehabt hätten, bewusst, und wie sie den Verlauf hätten beeinflussen können. Was passiert aber, wenn man eine unschöne Situation reflektiert und Mal um Mal zu dem Ergebnis kommt: das geht nicht anders?

Was wenn der Teich zu klein ist?

Wir sprechen selten über diesen Punkt, an dem man in seiner Selbstreflexion feststellen musst, dass das Optimum nicht mehr drin ist. Dass egal wie wir an uns Arbeiten, wir nicht wesentlich weiter kommen werden. Oder wir uns mit einem bestimmten Kollegen einfach nicht mehr grün werden. Vielleicht fällt uns auf, dass das Projekt einfach zum Scheitern verurteilt ist, und wir höchstens den Schaden minimieren, aber längst nicht verhindern können. Solche Szenarien, in denen wir einfach nicht gewinnen können, gibt es immer wieder und jedes Mal frustrieren sie uns. Denn wir sind darauf trainiert, Probleme zu lösen. in unseren erfolgsorientierten Mindsets ist keine unlösbare Situation vorgesehen. Und in unseren loyalen und committeten Mindsets ist kein Aufgeben vorgesehen. Was also tun?

Ambiguitätstoleranz

Die Antwort liegt in Ihrer Ambiguitätstoleranz, oder ihrer Fähigkeit, gegensätzliche Spannung auszuhalten. Je geringer sie ausgeprägt ist, desto eher geht Ihnen eine unlösbare Situation unter die Haut. Das ist völlig normal, denn eigentlich Es ist in unserer Natur, solche Dissonanzen auflösen zu wollen. Situationen ohne Dissonanzen sind nämlich berechenbarer und sicherer. Damit befriedigen Sie unser grundlegendes Sicherheitsbedürfnis. Aber einige Menschen können diese Spannung auch gut aushalten, ohne, dass es ihnen mehr schlaflose Nächte als nötig bereitet.

Eine hohe Ambiguitätstoleranz bedeutet also auch, dass sie in diesen unlösbaren Situationen auch einfach gar nichts tun können. Sie finden sich damit ab, arrangieren sich und alles geht weiter seinen gewohnten Gang. Bei einer niedrigen Ambiguitätstoleranz haben Sie diesen Luxus nicht. Dann wird Ihre Selbstreflexion am Ende darauf hinaus laufen, wie Sie sich sicher und angemessen von der unlösbaren Situation verabschieden können.

Die nächste Meta-Ebene der Selbstreflexion

An dieser Stelle müssen Sie Ihre Selbstreflexion quasi auf den nächsten Level heben und sich fragen, welchen Stellenwert sie alledem beimessen. Die meisten von  uns praktizieren Selbstreflexion um zu wachsen. Deshalb kommt einem meist erst später in den Sinn, dass die Erkenntnis manchmal auch sein kann, dass wir unser Wachstum in einem bestimmten Bereich eben einfrieren. Dass wir an der Situation selbst nicht mehr wachsen werden, dass wir im größeren Bild aber auch damit zufrieden sein können und wir eben das erreichbare Maximum rausgeholt haben. Auch wenn es nicht das ideale Optimum war.

mich interessieren Ihre Erfahrungen mit solchen Situationen. Wann haben Sie zuletzt eine unmögliche Situation reflektiert? Was ist dabei rausgekommen? Würden Sie es heute nochmal genau so machen?

Ich freue mich auf Ihre spannenden Anekdoten!

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