Dieser Beitrag beginnt unsere Reihe „Paradigmenwechsel“. In den 5 folgenden Artikeln werden wir Annahmen beleuchten, die uns die letzten Dekaden begleitet haben und sich zuletzt rasant gewandelt haben. Regelmäßife Updates finden Sie darüber hinaus in unserem Newsletter.

Kollektive Verantwortung und Servant Leadership sind Begriffe, die immer noch gerne Kopfschütteln und hier und da ein paar Schweißperlen hervor bringen. Der „Chef von Alles“ hat ausgedient. Die Welt ist zu komplex, um von einer Person allein verstanden zu werden. Und trotzdem treffen wir immer noch Chefs, die sich schwer tun, Verantwortung abzugeben. Wie ist es, zwischen den Paradigmen gefangen zu sein?

In dieser Reihe machen wir zuerst die Zeitreise zurück und schauen auf die Erfahrungen von meinem Großvater. Der jahrelang als leitender Angestellter in der Industrie gearbeitet hat. Dann schauen wir uns an, wie wir heute darüber denken. Und dann schauen wir, wo sich Unterschiede und vielleicht sogar Parallelen auftun.

Damals – wie Opa es erlebt hat:

Damals war alles so schön einfach. Es gab die Arbeitsplatz- und Funktionsbeschreibung. Da stand drin, wofür man jetzt genau Verantwortung wofür hatte. Ob man dieser Verantwortung auch nachkam, wurde in festen Zyklen überprüft und analysiert. War die Leistung okay, war alles super. Wenn nicht, wurde geklärt, ob das an den äußeren Umständen lag und die Ziele einfach nicht realistisch waren, oder ob es ein Leistungsproblem war. Entsprechend wurden die Konsequenzen gezogen. Das klingt sehr systematisch und hat auch vielen Sicherheit gegeben. Natürlich hat das nur funktioniert, wenn die Arbeitsplatzbeschreibung tatsächlich jede Verantwortung einbezogen hat, oder es kam zu toten Winkeln, die nicht beachtet wurden.

Und heute? – was die jungen Wilden sagen

Heute brechen wir Silos runter, arbeiten in abteilungsübergreifenden Teams und eigenverantwortlich. Delegation von Verantwortung ist das Gebot der Stunde. Und das bedeutet nicht nur mehr Aufgaben, es bedeutet auch mehr Freiheiten. Wer verantwortliche Entscheidungen treffen soll, braucht die Informationen dazu und die Freiheit, den besten Weg zu wählen, auch wenn der nicht der bisherige ist. Im Wissensmanagement propagieren wir ja auch, die Verantwortung für etwas den Leuten zu übertragen, die damit arbeiten. Denn nur dann ist das Interesse groß genug, dass es auch wirklich einwandfrei läuft. Ist die Geschäftsführung für die Wissensdatenbank zuständig, ist der Drive dahinter ein anderer, als wenn es die Wissensarbeiter sind. Die brauchen die Wissensdatenbank nämlich auf eine völlig andere, viel grundlegendere Weise. Und mit der Freiheit, die Datenbank zu gestalten, können Sie dieser Aufgabe auch nachkommen.

Wer hat denn nun Verantwortung?

So sehr ich mich über die Entwicklungen der heutigen Zeit freue und die Einsicht, dass nicht nur einer das Sagen haben kann, ein Problem sehe ich doch. Vielleicht haben Sie schon von Verantwortungsdiffusion gehört. Wenn Verantwortung nicht aktiv zugewiesen wird, wird sie nur selten übernommen. Das Problem gab es bei den klaren Beschreibungen von früher nicht. Verantwortungsdiffusion wurde aktiv gestoppt. Heute reden wir oft noch viel zu wenig über die Details der übertragenen Verantwortung. Wann? Was genau? Wie lange gilt die Verantwortung? Und was brauche ich, um dieser Verantwortung gerecht zu werden? Dass wir die Verantwortung breiter verteilen ist eine begrüßenswerte Entwicklung, die uns flexibler, dynamischer und belastbarer macht. Aber das heißt nicht, dass wir sie lässiger verteilen können.

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Greg Oxton, Executive Director, Consortium for Service Innovation

Der Trainer war zu jeder Zeit flexibel, hilfsbereit und praxisnah. Er hat das Thema KCS sehr verständlich und nachhaltig transportiert. Ich kann sowohl den Workshop als auch den Trainer nur weiterempfehlen.

A. Lechner, Knowledge Management Methods, Continental AG