Dieser Beitrag beginnt unsere Reihe „Paradigmenwechsel“. In den 5 folgenden Artikeln werden wir Annahmen beleuchten, die uns die letzten Dekaden begleitet haben und sich zuletzt rasant gewandelt haben. Regelmäßige Updates finden Sie darüber hinaus in unserem Newsletter.

Starten wir unsere Reihe also mit dem Thema Ressourcen! Ressourcen-Knappheit ist ein Begriff, den wir alle kennen, und der oft die technische Entwicklung beeinflusst hat. Autos verbrauchen immer weniger Benzin. Elektroautos sind auf dem Vormarsch. Und: mit Daten ist eine völlig neue Ressource dazu gekommen. Daten nutzen sich im Gegensatz zu anderen Ressourcen auch nicht ab. Wie hat sich der Stellenwert von Ressourcen verändert und was bedeutet das fürs Geschäft?

In dieser Reihe machen wir zuerst die Zeitreise zurück und schauen auf die Erfahrungen von meinem Großvater. Der jahrelang als leitender Angestellter in der Industrie gearbeitet hat. Dann schauen wir uns an, wie wir heute darüber denken. Und dann schauen wir, wo sich Unterschiede und vielleicht sogar parallelen auftun.

Damals – wie Opa es erlebt hat:

Ressourcen waren ein Hilfsmittel um das Unternehmensziel zu erreichen. Grob gab es drei Kategorien: Produktionsmittel (Rohstoffe oder bspw. Maschinen), Geldmittel und Personalmittel. Alle diese Ressourcen waren begrenzt und waren die wichtigsten Bestandteile der Firmenstrategie. Die Kernfrage war: „Wie nutzen wir unsere Ressourcen optimal?“ Deshalb wurden die Ressourcen verteilt und im Organigramm sowie der Firmenphilosophie festgehalten. Wie gehen wir mit unseren Ressourcen um? Welchen Wert ordnen wir welcher Ressource zu? Dazu wurden klare Konzepte und Ziele aufgestellt und regelmäßig überprüft.  Man könnte also sagen, die Planung erfolgte entlang der Ressourcen und wer sie wo am wertschöpfendsten einsetzen konnte.

Und heute? – was die jungen Wilden sagen

Auf den ersten Blick gibt es immer noch viele Parallelen zum „Damals“. Es gibt Budgetplanungen und wir basieren unsere Entscheidungen auf erwartetem ROI. Aber eine neue Ressource hat sich breit gemacht: Daten sind zur wichtigsten Ressource geworden, die aus Google, Amazon und Facebook Konzerngiganten gemacht hat.Und im Gegensatz zu anderen Ressourcen verbrauchen sich Daten nicht. Wer eine Information teilt, verliert sie nicht, er vermehrt sie vielmehr. Und das ist auch gut so. Denn so groß das Potenzial von Daten auch ist, es braucht eine ganz schöne Menge, um daraus überhaupt was ableiten zu können.

Wie weit sind wir also mit Ressourcen?

Interessanterweise würde ich sagen: gar nicht so viel weiter als früher. Denn auch wenn sich unsere neue Super-Ressource nicht abnutzt, gibt es immer noch ein Problem. Und zwar behandeln wir sie immer noch so, als wäre sie verbrauchbar. Wenn ich als Wissensmanagerin in Unternehmen komme, dann offensichtlich nicht, weil die Ihre Daten perfekt ausnutzen. Stattdessen gehören die Daten immer noch der Abteilung, die sie erhebt. Oder wie viel weiß Ihr Vertrieb wirklich über die Absatzzahlen? Geben Sie wirklich alle Daten frei, damit Ihr Vertieb bessere Vertriebsstrategien aufbauen kann? oder geben Sie Ihnen Übersichten und Grafiken, die Ihre Einschätzung erklären sollen?

Auf der einen Seite wollen wir neue Ressourcen, auf der anderen Seite sind wir nicht bereit, sie anders als unsere bisherigen Ressourcen zu behandeln. Unser „Material“ ist uns also aktuell einen Schritt voraus. Unsere Aufgabe in diesem Pradigmenwechsel besteht also darin, den Umgang damit zu lernen. Denn wahrscheinlich sind Daten nur eine erste von vielen neuen Ressourcen, die wir anders behandeln müssen als bisher. Algorithmen fallen aktuell zwar noch unter Daten. Sie sind aber auch Logiken. Vielleicht hat damit Logik das Potenzial, die nächste neue Ressource zu werden. Und wenn diese kommen, sollten wir zumindest grob damit umgehen können.

Unser erstes Fazit ist also: Der Rahmen für einen Paradigmenwechsel ist zwar da – aber wir fühlen uns in der alten Struktur noch ganz schön wohl und sind nicht wesentlich weiter als vor 15 Jahren.

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