In unserer neuen Reihe schauen wir uns an was, passiert, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. In den nächsten 9 Artikeln arbeiten wir uns durch die typischen Stolperfallen und häufigsten Katastrophen, die KCS-Implementierungen ereilen. Unser heutiges Problem: Unmotiviert – wenn die Kollegen einfach nicht wollen.

Das Symptom: Unmotiviert

Dass die Kollegen unmotiviert sind, macht sich leider nur schleichend bemerkbar. Anfangs war es noch die verständliche Skepsis gegenüber dem Neuen. Dann war es vielleicht noch die Eingewöhnungsphase, in der ja vieles langsamer und unrunder läuft, als ursprünglich geplant. Aber irgendwann gehen die Erklärungen dafür aus, dass die Kollegen nur unregelmäßig im Solve Loop arbeiten und die Wissensbasis kaum, und dann sehr spärlich wächst. Irgendwann sucht man das Gespräch, oder hört es über den Flurfunk: die Meinung über das KCS-Programm ist eher verhalten, niemand sieht so richtig den Sinn darin – die Kollegen sind unmotiviert, aber keiner sagt es geradeheraus. Was haben sie falsch gemacht?

Die Ursache: Motivation brauch Information

Unmotiviert zu sein heißt vor allem, sich zu fragen: „Warum sollte ich das machen?“ Diese Information sollte sich kein Mitarbeiter selbst suchen müssen. Diesen Grund zu liefern, das ist die Aufgabe des Managements. Was hat der Mitarbeiter davon, Dinge anders zu machen, als vorher? Welcher Vorteil entsteht, und in wiefern gleicht er die neuen Nachteile aus?

Wenn Sie diese Information nicht liefern, ist nämlich die automatische Antwort: „weil uns Management wieder mal irgendwas aufdiktieren muss, um das Gefühl zu haben, hier tut sich was.“ Das ist aber nicht ihr Ziel mit KCS. Es sind kürzere Lösungszeiten, geringere Arbeitsbelastung für ihre Kollegen, mehr Raum sich zu entwickeln und spannende Projekte zu bearbeiten…

Lösung: Motivation kommt durch Kommunikation

Wie kriegen Sie also diese Informationen zu Ihren Kollegen? Indem Sie den Mund aufmachen. Sie dürfen sich nicht bitten lassen, die ganzen Vorteile zu erläutern. Ganz besonders müssen sie klarstellen, in welchen Schritten die Methodik die versprochenen Verbesserungen herbeiführt.

Wenn wir den Solve Loop machen, haben wir mehr Zeit für unsere Weiterentwicklung?Das greift zu kurz, kein Wunder, dass Leute bei so vagen Aussagen unmotiviert bleiben.  Machen Sie lieber deutlich was Schritt für Schritt passiert: mit mehr und mehr Artikeln und Verlinkungen haben wir mehr und mehr Blaupausen, statt selber Lösungen finden zu müssen. Wenn wir in der Wissensbank suchen, verschwenden wir sogar noch weniger zeit bei der Lösung von Problemen. Das macht die Artikel noch besser und die ganze Zeit die wir uns jetzt bei der Lösungssuche sparen, die kriegen die Kollegen für die Weiterbildung. So herum wird ein Schuh draus.

Denken Sie dran: das muss sich niemand abholen, das müssen Sie liefern! Und das sollte alles eigentlich im Kommunikationsplan, den Sie in der Design Session erstellt haben, bedacht worden sein. Holen Sie den also noch einmal hervor und überarbeiten Sie ihn mit diesen Erkenntnissen. Erinnern Sie sich: als mittleres Management ist die Kommunikation ihr Hauptjob. Das darf sich auch in der darauf verwendeten Zeit niederschlagen.

Sie müssen jetzt kleinlaut zugeben, dass Sie die Design Session eigentlich gar nicht so ernst genommen und eher nebenbei gemacht haben? Natürlich muss ich Ihnen jetzt einen strengen Blick zuwerfen, aber es ist noch nicht aller Tage Abend. Kommunizieren Sie dann vor allem, dass Sie das Feedback wahrgenommen haben und jetzt Umsetzen wollen. Und dann holen Sie die Design Session sofort nach – und zwar mit Ihrer Pilot-Welle. Sie werden erstaunt sein, dass die involvierten Kollegen gar nicht so unmotiviert sind – sie sind wahrscheinlich sogar sehr motiviert, sich ihr optimales Arbeitsumfeld mitbauen zu dürfen!

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Nächster KCS v6 Practices Workshop in Hannover

„We are thrilled to have Kai Altenfelder join our elite group of Certified KCS Trainers. Kai not only brings rich experience as trainer and consultant he has had first hand experience with KCS in an operational environment as an early adopter of KCS at SUSE Linux / Novell. Kai recently hosted a KCS Practices v5 workshop in Stuttgart. Congratulations to our first group of KCS Practices v5 Certified people in Germany!”

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Der Trainer war zu jeder Zeit flexibel, hilfsbereit und praxisnah. Er hat das Thema KCS sehr verständlich und nachhaltig transportiert. Ich kann sowohl den Workshop als auch den Trainer nur weiterempfehlen.

A. Lechner, Knowledge Management Methods, Continental AG

Danke Herr Altenfelder! Sie haben wirklich keine Mühe gescheut, den Online Kurs über KCS Practices so bereichernd und umfassend zu gestalten, dass man mit maximalem Gewinn heraus geht. Es wurde nie langweilig und es war jederzeit möglich, jede Frage und Unklarheit zu besprechen. Mir hat der Kurs geholfen, von dem Gefühl zur Gewissheit überzugehen, dass KCS vielen drängenden Anforderungen dieser Zeit gerecht wird. Das Wissen aus dem Kurs kann ich nun anwenden. Überall wo Wissen geteilt werden soll, macht KCS Sinn – und Spaß – und das sowohl Mitarbeitern wie auch Kunden! Ich empfehle Sie und die Methodologie gerne weiter.

J. Thebe