Für viele Firmen heißt Digitalisierung vor allem immer noch technische Tools einzubauen. Das wir Dinge vernetzen, automatisieren und effizienter machen ist zu der Vision geworden, die wir von der digitalen Zukunft haben. Alles mit mehr Bildschirmen, weniger Papier, mehr Robotern und mehr LEDs. Dass wir eher wenige Ideen für den mensch in diesem Konzept haben, ist dabei mehr als bedenklich.

Das bezieht sich natürlich einmal auf den Arbeitsmarkt. Wenn wir in dieser Denkweise verharren, dann sind wir zukünftig nur noch Mechaniker, Programmierer und die Person, die den Knopf drückt. Und da ein Roboter in diesem Szenario mehr Leute ersetzt, als er als Mechaniker, Programmierer und Knopfdrücker braucht, würde das bedeuten, dass der Mensch langsam aber sicher aus der Arbeitswelt verdrängt wird.

Nun ist uns schon aufgefallen, dass dieses Szenario nicht so ganz stimmt und es viele Sachen gibt, die weiterhin ein Mensch machen muss, weil wir das einfach nicht auf Roboter abwälzen können. Trotzdem wissen wir, dass sich das „Wie“ unserer Arbeit radikal ändern wird. Und da liegt der Hase im Pfeffer. Denn seit diesem Artikel von Dr. Holger Schmidt hat sich erstaunlich wenig verändert.

Kaufen statt machen

Sie können darauf wetten, eine der ersten Fragen die unsere Kunden zu ihrer digitalen Transformation stellen ist: „Welches Tools empfehlen sie da?“. Dass da irgendein Tool, irgendeine Software her muss, ist bei vielen angekommen. Ganz Unrecht haben sie dabei nicht, immerhin haben wir viele früher papierlastige Prozesse durch Software ersetzt und nutzen unterstützen viele andere in ihrer Steuerung.  Das Problem beginnt damit, dass es mit dem Toolkauf aufhört.

Sehen Sie, meist gibt es eine initiale Schulung, damit man die wichtigsten Funktionen der Tools kennt und damit anfangen kann. Die wenigsten Tools haben ihre wirkliche Feuerkraft aber in ihren Basisfunktionen. Die meisten entfalten ihren vollen Nutzen erst, wenn man sie personalisiert, Analysefunktionen und Schnellbefehle einsetzt oder sie mit weiteren Tools oder Datenbanken verknüpft. Und dafür braucht es Methodik.

Ein Fahrrad allein bringt sie nicht von A nach B

Ein Fahrrad besitzen und Fahrrad fahren können sind zwei verschiedene Sachen. Sonst wäre der Mensch mit dem besten Fahrrad automatisch Sieger der Tour de France und wir könnten uns die 21 Etappen davor schenken. Es macht schon einen Unterschied in ihrer Performance, wie gut sie Fahrrad fahren. Und Tools sind da nicht anders. ein Tool haben und ein Tool effizient nutzen sind zwei Paar Schuhe, aber das eine kaufen wir sehr gerne ein und das andere vergessen wir meist und wundern uns, warum wir in unseren Sandalen nicht so schnell joggen wie die anderen Teilnehmer am Lauf.

Der Rahmen muss stimmen

Wie so vieles sind auch Tools von ihren Rahmenbedingungen abhängig. Das sind die üblichen Verdächtigen, wie die Softwarelandschaft, die vorhandene Hardware, aber auch die Aufgabe, die sie erledigen sollen und die Mitarbeiter, die sie bedienen. wenn Sie einen Hammer haben, sehen vielleicht alle Probleme wie Nägel aus, und vielleicht kriegen sie die Schraube auch ins Brett gehämmert, aber Schrauben wäre trotzdem sinnvoller gewesen.

Äquivalent können Sie auf Tools anwenden: wenn Sie von einem Hammer auf eine Bohrmaschine wechseln, sollten Ihre Kollegen auch die neue Umgangsweise damit lernen, ehe sie versuchen, mit der neuen Maschine die Schrauben ins Brett zu hämmern.

Tools scheitern an Bequemlichkeit

Sie finden das vielleicht abwegig, aber ich habe mehrere Einführungen neuer Tools miterlebt und kann Ihnen versprechen: die Energie, die Menschen aufwenden, damit das neue Tool genauso funktioniert wie das alte, nur damit sie sich nichts Neues angewöhnen müssen, ist erstaunlich. Dabei war der Sinn und Zweck des neuen Tools, von neuen Funktionen zu profitieren und eben anders zu arbeiten.

Das aber nur auf die Bequemlichkeit der Mitarbeiter zu schieben, ist zu kurz gedacht. denn wie in Dr. Schmidt’s Artikel sehr gut rausgestellt: der Blocker ist viel öfter die Kultur und das Management. In krassen Fällen muten sie Ihren Kollegen mit dem Wechsel von Tools eine neue Einarbeitung zu. Wenn dann aus Bequemlichkeit an alten Abläufen und Zielen festgehalten wird, die nicht zu dem neuen Tool passen, ist das Geschrei oft groß, warum das Tool denn gar nicht den großen Sprung bringt.

Die Tools müssen schlussendlich immer zu den Prozessen passen. Von welcher Seite Sie das denken wollen, bleibt Ihnen überlassen. Sie können die internen Prozesse beibehalten und sind dann auf Tools beschränkt, die diese unterstützen. Oder Sie wollen ein bestimmtes Tool, weil die Benefits Sie nachhaltig überzeugen. Dann werden Sie aber ihre Prozesse anpassen müssen. Ansonsten verpufft Ihr Investment in der Lücke dazwischen.

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Der Trainer war zu jeder Zeit flexibel, hilfsbereit und praxisnah. Er hat das Thema KCS sehr verständlich und nachhaltig transportiert. Ich kann sowohl den Workshop als auch den Trainer nur weiterempfehlen.

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Danke Herr Altenfelder! Sie haben wirklich keine Mühe gescheut, den Online Kurs über KCS Practices so bereichernd und umfassend zu gestalten, dass man mit maximalem Gewinn heraus geht. Es wurde nie langweilig und es war jederzeit möglich, jede Frage und Unklarheit zu besprechen. Mir hat der Kurs geholfen, von dem Gefühl zur Gewissheit überzugehen, dass KCS vielen drängenden Anforderungen dieser Zeit gerecht wird. Das Wissen aus dem Kurs kann ich nun anwenden. Überall wo Wissen geteilt werden soll, macht KCS Sinn – und Spaß – und das sowohl Mitarbeitern wie auch Kunden! Ich empfehle Sie und die Methodologie gerne weiter.

J. Thebe